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Einleitung



Das TMG

Unsere Schule ist am nördlichen Rand von Blankenloch gelegen, im Schulzentrum Stutensee, das neben unserem allgemeinbildenden Gymnasium auch noch die Erich-Kästner-Realschule beherbergt.

Bei der Gründung 1973 wählte man für die Schulen einen Platz, der trotz enger Anbindung an öffentliche Nahverkehrsmittel im Grünen liegt, angrenzend an Wiesen, mit einem Bachverlauf als einer natürlichen Grenze des Schulhofes.

Zu unserem Gelände gehören neben einer Mensa zwei dreigeteilte Sporthallen. Die 2009 fertiggestellte Freisportanlage mit Vierhundertmeterbahn ist in wenigen Minuten zu Fuß erreicht, das  Gleiche gilt für das Blankenlocher Hallenbad, in dem unser Schwimmunterricht stattfindet.

Wir sind eine bunte Schule, nicht nur, was die farbige Gestaltung im Gebäude betrifft, sondern im übertragenen Sinn auch in Hinblick auf die Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften aus den verschiedensten Bereichen, die die angebotenen sprachlichen und naturwissenschaftlichen Profile ergänzen. Unsere Schüler sollen bei uns Möglichkeiten finden,  sich entsprechend ihren Neigungen und Begabungen gemeinschaftlich in Bereichen zu engagieren, die über den verbindlichen Fächerkanon und Lehrstoff hinaus gehen, und sie tun das immer wieder mit den erfreulichsten Ergebnissen. Unsere aktive SMV und das Engagement vieler Eltern fügen weitere Farben unserem Schulleben hinzu. 

Wir haben das Ziel, eine Schulgemeinschaft zu sein, in der sich jeder wohl fühlen kann - nicht, indem wir auf Leistungen und Anforderungen verzichten, aber indem wir den anderen mit seinen Fähigkeiten und Schwächen unvoreingenommen wahrnehmen  und hilfsbereit und respektvoll mit ihm umgehen.

 

Weitere Informationen und eine Zusammenfassung des Angebots finden Sie auf unserem TMG-Faltblatt (pdf-Datei)

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. Mai 2012 um 09:11 Uhr
 

Anfahrt


Anfahrt

Das Thomas-Mann-Gymnasium befindet sich im äußersten Nordosten des Ortsteils Blankenloch der Stadt Stutensee, nicht weit entfernt von der Durchgangsstraße Blankenloch - Weingarten.


Google-Map


Anfahrt mit der Bahn:
Bahnstrecke Karlsruhe - Blankenloch - Schwetzingen - Mannheim Regionalexpress/Regionalbahn verkehrt tagsüber in einstündigem Abstand in beiden Richtungen, vom Bahnhof Blankenloch muss man etwa 10 - 15 Minuten zum Thomas-Mann-Gymnasium zu Fuß gehen.

Anfahrt mit der Straßenbahn:
Die Linie S 2:" Rheinstetten - Karlsruhe - Stutensee" verkehrt tagsüber im 20 Minuten-Takt (Stoßzeiten 10 Min.), an der  Haltestelle "Blankenloch Kirche" aussteigen, Fußweg zum Gymnasium (seitlich an der Kirche vorbei) ca. 5 - 10 Minuten.

Anfahrt mit dem Auto:

An Ihrem Navigationssystem stellen Sie bitte ein:

Ort: Stutensee
Strasse: Gymnasiumstr. 20

oder besser: Erich-Kästner-Str.

Parkplätze sind reichlich vorhanden!


Autobahn Stuttgart-Karlsruhe: Ausfahrt KA-Durlach, Richtung KA-Stadtmitte
Autobahn Basel-Karlsruhe: Ausfahrt KA-Durlach, Richtung KA-Stadtmitte
von dort Richtung Stadtmitte bis zum Kreisverkehr fahren, beim Kreisel Abfahrt Richtung Stutensee, den Stutensee-Schildern folgen bis Abfahrt Stutensee-Blankenloch (Nord), dann Richtung Weingarten, am Ortsende Blankenloch ist eine mit "Schulzentrum" beschilderte Abzweigung nach rechts.
Autobahn Frankfurt-Karlsruhe: Ausfahrt Bruchsal, Richtung Bruchsal Stadtmitte, beschilderte Abzweigung nach rechts Richtung Stutensee, auf dieser Strasse bis zur Abzweigung Stutensee-Blankenloch fahren und dort nach Blankenloch abbiegen und bis Abfahrt Stutensee-Blankenloch (Nord) fahren, dann Richtung Weingarten, am Ortsende Blankenloch ist eine mit "Schulzentrum" beschilderte Abzweigung nach rechts.
Autobahn Neustadt (Pfalz)-Karlsruhe: Am Autobahnende die B 36 Richtung Mannheim bis Abfahrt Stutensee, dort ausfahren und am Forschungszentrum Karlsruhe vorbei den Schildern Stutensee-Blankenloch folgen, diese Strasse in Richtung Weingarten benützen, am Ortsende Blankenloch ist eine mit "Schulzentrum" beschilderte Abzweigung nach rechts.
Aus Richtung Rastatt und dem Westen von Karlsruhe: die B 36 Richtung Mannheim bis Abfahrt Stutensee befahren, dort ausfahren und am Forschungszentrum Karlsruhe vorbei den Schildern Stutensee-Blankenloch folgen, diese Strasse in Richtung Weingarten benützen, am Ortsende Blankenloch ist eine mit "Schulzentrum" beschilderte Abzweigung nach rechts.
 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. November 2010 um 22:04 Uhr
 

Haus- und Läuteordnung


Läuteordnung

 

     
1. Stunde 7:30 - 8:15      Uhr  
2. Stunde 8:20 - 9:05      Uhr  
  10 Minuten-Pause  
3. Stunde 9:15 - 10:00    Uhr  
4. Stunde 10:05 - 10:50  Uhr  
  20 Minuten Pause  
5. Stunde 11.10 - 11.55  Uhr  
6. Stunde 12:00 - 12:45  Uhr  
     
7. Stunde Mittagspause  
     
8. Stunde 13:45 - 14:30  Uhr  
9. Stunde 14:35 - 15:20  Uhr  
  20 Minuten Pause  
10. Stunde 15.40 - 16:25  Uhr  
11. Stunde 16:30 - 17:15  Uhr  
     
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Oktober 2010 um 09:43 Uhr
 

Hausordnung

Gemeinsame Hausordnung (Stand Juni 08, 5. geänd. Jan. 2012)

Die Schule, ein Ort der Begegnung von Schülern, Lehrern und Eltern, erfordert von allen ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Solidarität, Toleranz, Ehrlichkeit und Selbstdisziplin. In diesem Sinne soll diese Haus­ordnung das Zusammenleben in der Schule erleichtern und fördern. Wir alle sind für ein gutes Arbeitsklima und die Ausstattung der Schule verantwortlich. Zu den grundsätzlichen Voraus­set­zungen für ein gutes Arbeitsklima gehören: gegenseitige Rücksichtnahme, Ruhe im Schulgebäude, Pünktlichkeit bei Beginn und Beendigung des Unterrichts, Sauberkeit und pflegliche Behandlung des Schulinventars.

Die Anweisungen der Lehrkräfte beider Schulen sowie der Hausmeister sind von allen Schülern zu befolgen.

 

Regeln für den Schulalltag:

  1. Vor Unterrichtsbeginn und nach Unterrichtsschluss halten sich die Schüler im Foyer auf.
  2. Fahrräder und motorisierte Zweiräder werden an den vorgesehenen Plätzen abgestellt. Das Fahren auf dem Schulgelände ist nur im Schritttempo erlaubt, aber im Bereich zwischen Schulgebäude und Mensa verboten.
  3. Fachräume dürfen nur in Begleitung und nach Anweisungen des Fachlehrers betreten werden.
  4. Mit dem Gong zu Stundenbeginn sind die Schüler im Klassenzimmer.
  5. In der großen Pause begeben sich die Schüler in den Pausenbereich. Schüler der gymnasialen Ober­stufe können in den Zimmern bleiben, sofern es sich nicht um Fachräume handelt. Zudem steht der Kursstufe das Oberstufenzimmer gemäß der Benutzungsordnung zur Ver­fügung. Vor dem Verlassen des Klassenzimmers werden die Fenster geschlos­sen und das Licht ausgeschaltet. Die Klassenzimmer werden abgeschlossen.
  6. In der Mittagspause können beim Caterer vorbestellte warme Speisen in der Mensa verzehrt werden. Im Foyer dürfen Speisen verzehrt werden. Abfälle müssen in die bereit gestellten Abfalleimer entsorgt werden.
  7. Das Verlassen des Schulgeländes während der Unterrichtszeit ist nur mit Genehmigung einer Lehrkraft bzw. grundsätzlich den Schülern der Kursstufe gestattet.
  8. Kaugummi kauen ist im gesamten Schulgebäude untersagt.
  9. Die Aufnahme und Wiedergabe von Bild und Ton sowie ein eingeschaltetes Handy sind auf dem Schulgelände grundsätzlich verboten. Die entsprechenden Geräte dürfen nur ausgeschaltet und nicht sichtbar mitgeführt werden. Ausnahmen bedürfen der Erlaubnis einer Lehrkraft.
  10. Spiele auf dem Schulhof sind während der Pausen in der Regel gestattet. Das Schneeballwerfen ist wegen der Verletzungsgefahr verboten. Alle Ballspiele sind im Schulgebäude nicht erlaubt.
    Unfälle auf dem Schulweg bzw. im Schulbereich sind unverzüglich über das Schulsekretariat der UK-BW zu melden.


Wir gehen davon aus, dass diese Hausordnung zu einem guten Miteinander beiträgt.

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. Januar 2012 um 22:31 Uhr
 

Geschichte


Der Weg zum Bildungszentrum Stutensee

Ein Abriss seiner Entstehungsgeschichte
 

Etwa im Jahre 1966 stellten die damals noch selbständigen Gemeinden Blankenloch, Friedrichstal und Spöck gemeinsame Überlegungen zu Standort und Bau von weiterführenden Schulen, Realschule und Gymnasium, an.
Zwei Gymnasien und eine Realschule sollten den Schulentwicklungsplänen zufolge errichtet werden. Als Standort kamen die obengenannten Gemeinden sowie zeitweilig auch die Gemeinde Weingarten in Frage. Man erkannte jedoch recht bald, dass zwei Gymnasien zuviel sein würden.


Im Oktober 1966 wurde im Rahmen einer Erörterung im Regierungspräsidium Karlsruhe vom seinerzeitigen Kultusminister, Herrn Professor Hahn, die Gemeinde Blankenloch als beabsichtigter Standort des Gymnasiums favorisiert und schließlich nach einer Besichtigung des Grundstückes durch Vertreter des Kultusministeriums, des Oberschulamtes und der Gemeinden Zustimmung dafür ausgesprochen. Dies deshalb, weil aus diesem größten Ort der drei Gemeinden die meisten Schüler kommen. Außerdem wurde berücksichtigt, daß für die Schüler aus der Gemeinde Weingarten die Verkehrswege nach Blankenloch am günstigsten sind.
Am 2. Juni 1970 einigte man sich und am 14.Juli bestätigte der Gemeinderat die Entscheidung. Hierbei ließen sich die Gremien davon leiten, dass in nur geringer Entfernung das Hallenbad Blankenloch steht und außerdem beabsichtigt war, eine Sporthalle auf dem Gelände zu errichten.
Nachdem das Kultusministerium mit einem Erlass vom 29.6.1973 der Einrichtung einer Realschule und eines Gymnasiums entsprochen hatte, begann zunächst im Schuljahr 1973/74 die Erich-Kästner Realschule und ein Jahr darauf , im August 1974 das Thomas-Mann-Gymnasium, damals noch als Ableger des Otto-Hahn Gymnasiums, seinen ersten Unterricht als Gäste im Gebäude der Pestalozzi-Grund-und Hauptschule.
Während dieser vorübergehenden Unterbringung einigte man sich mit dem ortsansässigen Architekten Hartloff über die bauliche Planung eines Schulzentrums, dessen Realisierung in drei Bauabschnitten erfolgen sollte.
Infolge rückläufiger Konjunktur und sinkender Geburtenraten wurde das ursprünglich großzügigere Planungskonzept stark verändert und schließlich nach einem ausgeschriebenen Wettbewerb die Bauausführung dem Brettel-Architekten-Collectiv aus Karlsruhe übertragen.
Am 5.7.1976 war es endlich soweit und mit dem Rohbau des Bildungszentrums wurde begonnen und bereits dreizehn Monate später war der erste Bauabschnitt fertig.
Der offizielle Schulbetrieb des Thomas-Mann-Gymnasiums konnte am 1. Tag des Schuljahres 77/78, am Montag dem 8. August beginnen. Damals besuchten 412 Schüler und Schülerinnen die jeweils drei Klassenzüge 5 bis 8.
Die Einweihung des Bildungszentrums Stutensee Anfang September des Jahres war für alle an der Planung und Ausführung Beteiligten ein Höhepunkt.
Bereits im Februar 1977 war, ausgelöst durch die immer größer werdende Schulraumnot, vom Gemeinderat der zweite Bauabschnitt aufgestellt und beantragt worden. In diesen Zusammenhang fiel auch der Entschluß, beim Kultusministerium einen Antrag auf Einrichtung einer Oberstufe am damaligen Progymnasium zu stellen.
In der kurzen Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr wurde der neue Bauabschnitt fertiggestellt, und nachdem das Kultusministerium mit der Erweiterung des Gymnasiums um die Oberstufe zugestimmt hatte, war das letzte Hindernis aus dem Weg geräumt.
Der Einzug in die neuen Räume des Bildungszentrums fand am 6.9.1979 statt, Tag der Einweihung war der 23.11.79.
Kein bisher in der nun Stadt gewordenen Kommune fertiggestelltes Objekt kommt in so großem Maße der Einwohnerschaft, vor allem der Jugend aus allen Stadtteilen zugute.
Peter Brass

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 25. September 2010 um 09:35 Uhr
 

Bericht der ersten Schulleiterin

Es war eine wunderbare Zeit

Es war eine wunderbare Zeit - der Aufbau und Ausbau des Thomas-Mann-Gymnasiums:
Ohne Direktionszimmer (so auch kein Schreibtisch), ohne Sekretariat (so auch keine Schreibmaschine) und nur drei Klassenzimmer, die uns von der Grund- und Hauptschule Blankenloch überlassen worden waren. Jeder kannte jeden, und Bürgermeister, Ortsvorsteher, Ratschreiber und Gemeinderat sowie die Eltern haben sich außerordentlich hilfsbereit und freundlich gezeigt.


Aus drei Klassenzimmern wurden sechs, dann kam eine Baracke auf den Schulhof der Grund- und Hauptschule, und schließlich hatten wir auch noch ein Klassenzimmer im Keller.
Dazwischen haben wir (der damalige Realschulrektor, Herr Spörl, und ich) uns auf dem Schulhof für die Namen unserer Schulen entschieden. Für lange Diskussionen hatten wir keine Zeit - denn nun kamen die Architektenwettbewerbe für den neuen Schulhausbau, die Auslobung und letztendlich der Bau.
Da nach dem Ende des ersten Bauabschnitts die Klassenzimmer nicht reichten, richteten wir Schichtunterricht (Vormittagsklassen und Nachmittagsklassen) und Wanderklassen ein und lagerten einige Klassen in das Alte Schulhaus an der Hauptstraße aus.
Erst mit dem zweiten und dritten Bauabschnitt war die Raumnot zu Ende, und wir hatten endlich die gewünschten und so dringend nötigen Fachräume.
Die Schüler/innen der ersten Jahrgänge haben viel Unruhe und Entbehrung ertragen müssen, aber sie sind in ihre Schule hineingewachsen, waren immer kooperativ und brachten für die Übergangssituation ein gehöriges Maß an Verständnis auf.
Nach dem Bau des Gymnasiums konnte an den Ausbau gedacht werden und damit verbunden an die Vorstellung des Gymnasiums. Die großen Unannehmlichkeiten, mit denen die Kollegen/innen während des Bauens täglich belastet wurden, wirkten nicht lähmend auf deren Aktivität, vielmehr entfalteten sie einen unermüdlichen Einsatz, der weit über die Dienstzeit und Dienstpflicht hinausging. So wurde das Thomas-Mann-Gymnasium durch die Ergebnisse seiner Arbeitsgemeinschaften und deren Erfolge in der Stadt Karlsruhe, dem Landkreis und dem Land Baden-Württemberg bekannt.
Die Theaterarbeitsgemeinschaft hat mit ihren selbsterdachten Stücken, den selbsthergestellten Masken, Kulissen und Gaderoben und der passenden Musik sehr viel Ruhm und Lob geerntet. Oft waren die Stücke tief ergreifend, zeigten Lebensweisheiten und zeugten von Lebenserfahrungen, die mancher Außenstehender jungen Menschen nicht zutrauen würde.
Die Aktivitäten der verschiedenen Musikarbeitsgemeinschaften erfüllten uns alle mit Freude, gaben uns Entspannung und haben viele Male die Sorgen des Schulalltags weggewischt. Für Konzerte, musikalische Aufführungen, die von den engagierten Lehrkräften für die vorhandenen Kapazitäten der Schule umgesetzt wurden, aber auch für Erstaufführungen zeitgenössischer Künstler machte das Thomas-Mann-Gymnasium bald von sich reden. Dazu kamen in der Weihnachtszeit die Konzerte in der Evangelischen Kirche in Blankenloch, die einen großen Hörerkreis anzogen. Hin und wieder hat das Orchester auch Gemeindefeste mit seiner Musik umrahmt.
Sehr lobenswert und wohl recht selten für ein Gymnasium waren die Musiktage in Maulbronn, Dornstetten und Bärental. Schüler/innen und Lehrer haben hier Hervorragendes geleistet, und ab und an haben auch Eltern mit ihrem Einsatz geholfen.
Im Wettkampf mit anderen Schulen haben unsere Sportarbeitsgemeinschaften auf das Thomas-Mann-Gymnasium aufmerksam gemacht, und sie wurden als faire, aber auch gefürchtete Gegner angesehen. Ob bei "Jugend trainiert für Olympia", bei den ,,Leichtathletikwettkämpfen" in der Europahalle: Immer waren unsere Schüler/innen dabei und haben sich die wohlverdienten Pokale geholt. Bei den Abendsportfesten hat die ganze Schule mit den Eltern das sportliche Können der Schüler/innen bestaunt und gefeiert.
Das Schulhaus durfte nach hartem Kampf von uns selbst ausgeschmückt werden. Die Bildende Kunst und die Fotoarbeitsgemeinschaft haben immer wieder überraschend wechselnde Ausschmückungen geboten, so daß man oft mit bewundernden Blicken durch das Schulhaus wandelte.
Die verschiedenen Baumpflanzungen trugen zur Verschönerung des Schulgeländes bei, waren aber zugleich auch Lehrstücke für den Biologieunterricht.
Und ziemlich früh schon sind unsere Schüler/innen denkkritische Jugendliche geworden. Sie haben über freie Wahlen die Schülermitverwaltung geschaffen, gaben sich eine eigene Satzung und waren sich sowohl ihrer Rechte als auch ihrer Pflichten bewußt. Gespräche mit den Vertretern der Schülermitverwaltung und das Zusammenarbeiten mit ihnen hat immer Freude bereitet, da man spürte, wie ernst sie ihr Amt nahmen und wie konstruktiv ihre Kritik war.
>Mit viel Mühe und Arbeit verbunden erschien dann die erste Schülerzeitung "pepperoni". Hier fanden sich gute Beiträge, ernste Betrachtungen und Berichte, in denen die Schüler/innen ihre Probleme darlegten.
Über die Schule hinaus haben einzelne Klassen durch ihre uneigennützige Aktionen die Blicke vieler Mitbürger auf das Thomas-Mann-Gymnasium gelenkt, z.B. mit den Waldputzeten oder mit der Maikäferaktion.
Besonders durch die Arbeiten einzelner Schüler/innen wurden wir über die engere Region hinaus bekannt. Ich denke hier vor allem an die hervorragenden Ergebnisse bei "Jugend forscht" und bei den "Politischen Wettbewerben".
Und dann streckten wir noch viel weiter die Fühler aus, wir haben junge Menschen aus verschiedenen Nationen zusammengeführt. Sie haben sich gegenseitig die Schulen vorgestellt, die Kultur ihres Landes vermittelt und die Spracbkenntnisse vertieft. Wir hatten Schüleraustausch mit Frankreich, USA, England und in den letzten Jahren auch mit Ungarn.
So hat sich das Thomas-Mann-Gymnasium aus drei Klassen zu einer Schule entwickelt, die sich in den jungen Jahren ihres Entstehens weiten Kreisen positiv vorgestellt hat, und ich darf sagen:
 

es war eine schöne Zeit,
es war eine fruchtbare Zeit,
es war eine wunderbare Zeit.
Gisela Eckardt OStD
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. August 2010 um 06:46 Uhr
 

Bericht des ersten stellvertretenden Schulleiters

 

Vom Beginn des Schuljahres 1976/77 bis zum Ende des Schuljahres 1987/88, also 12 Jahre, war ich ständiger Vertreter des Schulleiters des Thomas-Mann-Gymnasiums. Keiner meiner bisher drei Nachfolger hatte dieses Amt solange inne wie ich. Vielleicht war dies der Grund, bei mir anzufragen, ob ich über diese Zeit einen Bericht schreiben würde.
Ich hatte Erfahrung im Umgang mit Architekten und der Baubehörde bei Zubauten am Durlacher Gymnasium und in der Endphase beim Neubau des Otto-Hahn-Gymnasiums in der Karlsruher Waldstadt. Meine ersten Kontakte mit dem Thomas-Mann-Gymnasium waren Beratungen, an denen die schon ausgewählte Schulleiterin Frau Eckardt, Vertreter der Gemeinde und ein Blankenlocher Architekt teilnahmen. Die damals beratenen Pläne wurden nicht realisiert, die Gemeinde wechselte den Architekten. In den ersten Monaten des Jahres 1976 fragte mich Frau Eckardt, ob ich an der zu besetzenden Stelle des Stellvertreters interessiert sei. Da es mich reizte, fast vom Anfang an beim Aufbau eines neuen Gymnasiums mitzuwirken, habe ich mich um die Stelle beworben, wurde zum Beginn des Schuljahrs 75/76 zum Thomas-Mann-Gymnasiums teilversetzt und erhielt wenige Monate später die Bestellungsurkunde.


Bei meinem Dienstantritt war der Rohbau des inzwischen vom Architektenteam Brettel geplanten Bildungszentrums noch nicht fertig. Die neun Klassen, und zwar je drei in den Stufen 5, 6 und 7, wurden in Räumen der Grund-und Hauptschule Blankenloch unterrichtet, sechs Klassen in einem Neubau dieser Schule, eine Klasse in deren Altbau und zwei Klassen in einer Baracke, die am Schulhof aufgestellt worden war. Frau Eckardt hatte ihren Arbeitsplatz in einem kleinen Raum, der auch als Sekretariat benutzt wurde. Sekretärin war schon damals Frau Grimm. Wir waren etwa zehn Lehrer, für die es ein Zimmer gab, das etwa doppelt so groß war wie das Sekretariat. Von diesen Lehrern sind heute noch fünf an der Schule tätig, die Damen Harmsen, Meise, Haumann-Dresel und Kramer, und Herr Dr.Bergmeier.
Den Pausenhof teilten sich unsere Schüler mit den Schülern der Realschule, deren Unterrichtsräume in dem alten Schulgebäude an der Hauptstraße lagen. Zwei Schuljahre dauerte es noch, bis der 1.Bauabschnitt des Bildungszentrums fertiggestellt war. In dieser Zeit löste Herr Reutner den bisherigen kommissarischen Schulleiter der Erich-Kästner-Realschule ab. In meiner Erinnerung blieben aus dieser Übergangszeit: Häufige Besprechungen in einer Baracke auf der Baustelle, Teilnahme an Gemeinderatsitzungen, wenn das Bürgermeisteramt die Meinung der Pädagogen hören wollte, Besuche von Schulen in der näheren und weiteren Umgebung von Karlsruhe, die vom selben Architektenteam gebaut worden waren. Als die Entscheidung für die Möblierung der Klassen-und Lehrerzimmer getroffen werden musste, wurde in der Turnhalle der Pestalozzi-Grund-und Hauptschule eine Ausstellung veranstaltet, in der die angebotenen Schulmöbel von Eltern, den Kollegen beider Schulen und von Gemeinderäten begutachtet werden konnten. Natürlich durften auch die Schüler schon einmal probesitzen. Die Entscheidung fiel dann im Gemeinderat. Es ist bemerkenswert, daß die Wahl nicht auf die vom Architektenteam favorisierte Ausstattung gefallen ist.
Zum Beginn des Schuljahres 1977/78 war der 1. Bauabschnitt, der Gymnasiumsbau, fertig. Die noch sehr bescheidene Habe unserer Schule wurde auf einem offenen, von einem Traktor gezogenen Wagen in den Neubau transportiert. Der Knochenmann unserer Schule kam dabei zu Schaden. Am ersten Schultag versammelten sich die Schüler vor der Schule, festliche Musik erklang vom Band und Herr Bürgermeister Hecht hielt eine Rede. Danach gab es, von der Gemeinde spendiert, für jeden Schüler eine Brezel und ein Getränk.
In den Gymnasiumsbau zogen zunächst beide Schulen ein. Da es zu viele Klassen waren, begannen wir mit Schichtunterricht. In der Entstehungszeit des Bildungszentrums Stutensee war es Mode geworden, Gymnasium und Realschule unter einem Dach zu bauen. In Stutensee wurden die Lehrerzimmer der beiden Schularten von Anfang getrennt, ebenso die Sekretariate. Wo gemeinsame Lehrerzimmer und gemeinsame Sekretariate eingerichtet wurden, waren die Schwierigkeiten meistens größer. Es blieben aber noch genügend Reibungsflächen.
Zur Erstellung einer gemeinsamen Hausordnung bildeten wir eine paritätisch besetzte Kommission. Es war ein zeitraubender Prozess, bis schließlich beide Kollegien getrennt die Ordnung billigten, wobei ja auch die Eltern und Schüler einbezogen werden mussten. Schon in der Zeit meiner Tätigkeit am Thomas-Mann-Gymnasiums begann die Gemeinsamkeit bei der Hausordnung wieder zu bröckeln. Rückblickend kann man aber wohl sagen, daß alle Probleme friedlich gelöst wurden.
Nach dem Einzug beider Schulen in den Gymnasiumsbau wurde zügig am Realschultrakt gearbeitet. Dadurch blieb der Schichtunterricht auf eine nur kurze Zeit beschränkt. Während meiner Tätigkeit am Thomas-Mann-Gymnasium gab es noch einen dritten Bauabschnitt, der den Gymnasiumstrakt nach Süden erweiterte und uns einen zweiten Innenhof bescherte. Bei der Gestaltung dieses Innenhofes konnte das Kollegium der Schule stärkeren Einfluß nehmen. Dies führte zu einer Lösung, die den Bedürfnissen der Schule viel besser angepaßt war, als dies beim ersten Hof der Fall war. Die erheblich häufigere Nutzung dieses zweiten Hofes bezeugt dies.
Ist das Projekt Bildungszentrum gut gelungen? Ich meine, dass man dies uneingeschränkt bejahen kann, auch wenn einem gleich einige Pannen und negative Seiten einfallen. Bei jeder Veranstaltung im Aulabereich empfindet man, dass ein paar Säulen zuviel herumstehen, wenn man in der Sicht auf die Bühne behindert ist und man die Baustatik außer acht lässt. Nach Fertigstellung der Erweiterung des Gymnasiumtraktes mussten für längere Zeit nach jedem stärkeren Regen in einigen Klassenzimmern des "alten" Gebäudes Eimer aufgestellt werden, um das von der Decke tropfende Wasser zu sammeln.
Bis zum Erreichen der Jahrgangsstufe 13 hatten wir jährlich eine Steigerung der Lehrerzahl zwischen 5 und 10 entsprechend einem jährlichen Schülerzugang von etwa 100 Kindern. Da in dieser Zeit des Aufbaus Lehrermangel herrschte, ergaben sich regelmäßig beim Schuljahrswechsel eine Menge organisatorischer Probleme. Selten kannten wir zu Beginn der Sommerferien die komplette Liste des Lehrerzugangs. Einige Tage vor Ende der Schulferien setzte dann die Hektik des Umplanens ein, wenn die letzten Zuteilungen kamen, die Fächerkombinationen aber nicht unseren Wünschen entsprachen.
In den ersten Jahren des Aufbaus war noch nicht entschieden, ob das Thomas-Mann-Gymnasium bis zur 13. Klasse ausgebaut wird. Erst als klar erkennbar wurde, daß die Schülerzahl pro Jahrgangsstufe in der Oberstufe genügend groß sein wird, gab das Kultusministerium die Zustimmung. Der Wille der Gemeinde und ihr starkes Engagement für das Schulzentrum hatten sicher auch Einfluss auf die Entscheidung des Ministeriums. Gegen Ende des Schuljahrs 1982/83 legte die erste Jahrgangsstufe das Abitur ab. Alle Schülerinnen und Schüler bestanden die Reifeprüfung. Eine Gedenktafel im Hof der Schule nennt ihre Namen.
Welche Markenzeichen des Thomas-Mann-Gymnasiums entstanden in der Zeit meiner Tätigkeit?
Unterstützt durch Eltern und Schule haben Frau Jahnke und Frau Zieroth die musikalische Ausbildung der Schüler gefördert, Begeisterung für die Musik geweckt und viele schöne musikalische Veranstaltungen arrangiert.
Frau Harmsen gründete eine Theatergruppe und entwickelte dabei einen Stil von Schülertheater, der weit über Stutensee hinaus Anerkennung fand. Unter Anleitung von Frau Harmsen schrieben die Schülerschauspieler die Stücke selbst.
Unser erster Fachabteilungsleiter für Mathematik, Herr Steller, machte sehr früh den Computer für die Schule nutzbar, und dies gleich in zweifacher Weise. Zum einen durch Einbeziehung in den Mathematikunterricht, zum anderen zur Automatisierung in der Verwaltung. Unsere Schule gehörte wohl mit zu den ersten, in denen die Zeugnisse nach Eingabe der Noten durch die Fachlehrer vom Computer geschrieben wurden.
Alle Lehrer des Thomas-Mann-Gymnasiums haben zusammen bewirkt, daß unsere Schülerinnen und Schüler mit nur wenigen Ausnahmen den Anforderungen des Zentralabiturs gerecht wurden. Das ist zwar in den meisten Gymnasien Baden-Württembergs so, aber nicht selbstverständlich.
Die erste Schulleiterin des Thomas-Mann-Gymnasiums, Frau Oberstudiendirektorin Eckardt, hat sich durch unermüdlichen Einsatz um die Schule verdient gemacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie in den zwölf Jahren meiner Tätigkeit nur einmal aus persönlichem Grund nicht in der Schule war.
Es hat mir Freude gemacht, diesen Bericht (auf meinem Computer) zu schreiben. Ich danke dem Redaktionsteam der Festschrift, daß es mich darum gebeten hat und mich dadurch veranlasste, zwölf interessante Jahre aus meiner Erinnerung hervorzuholen. Ich habe keine sonstigen Quellen für diesen Bericht verwendet. Wenn gründliche Leser einen Fehler erkennen, mögen sie es mir verzeihen.
Emil Nekolla StD

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. August 2010 um 06:45 Uhr
 

In Kürze


Das TMG in Kürze

- ca. 750 Schüler, Jungenanteil minimal über 50%

- erste Fremdsprache Englisch in Klasse 5

- zweite Fremdsprache in Klasse 6 wahlweise Französisch oder Latein

- Angebot der Gesangsklasse für Klasse 5 - 7

- Profile ab Klasse 8: 

        sprachlich: 
        Englisch - Latein - Italienisch   oder   Englisch - Französisch - Italienisch

        naturwissenschaftlich: 
        Englisch - Latein - NwT   oder   Englisch - Französisch - NwT

-  4std. Kurse in der Kursstufe dieses Schuljahr:
        Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Bildende Kunst, Physik, Biologie, Chemie,   
        Erdkunde, Sport, Gemeinschaftskunde, Religion und Musik

-  Fachräume:
        je zwei für Biologie, Physik, Chemie, Naturwissenschaft und Technik, Musik und Bildende Kunst
        einer für Erdkunde
        zwei internetfähige Computerräume
        Zwei Sporthallen mit drei Hallenteilen auf Schulgelände,  Freisportanlage und Hallenbad in der Nähe

-  Mensa mit Räumen für offenes Ganztagesangebot
     

 



 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 20. Januar 2012 um 17:36 Uhr
 

Leitbild


Leitbild

„Auch Du gehörst dazu“


Leitbild des Thomas-Mann-Gymnasiums (TMG)


Schüler, Lehrer und Eltern haben gemeinsam die folgenden Leitsätze
entwickelt. Sie dienen als Orientierung für unser Leben und Lernen am TMG.


1. Wir setzen uns das Ziel, eine Schule zu sein, in der sich jeder wohl fühlt.
Schüler, Lehrer und Eltern engagieren sich in der Schulgemeinschaft.

2. Wir legen großen Wert auf soziale Fähigkeiten. Respekt, Toleranz, Fairness
und gute Zusammenarbeit sind uns wichtig. Jeder am Schulleben Beteiligte
übernimmt Verantwortung, damit Schule als Ganzes gelingen kann.

3. Wir schaffen im Interesse von Schülern und Lehrern eine positive Lern- und
Lehratmosphäre. Dies erreichen wir durch einen respektvollen Umgang
miteinander und das Einhalten unserer Regeln. Schüler, Lehrer und Eltern
gestalten den Schulalltag aktiv und kreativ. Wir bieten zahlreiche
Gelegenheiten für Begegnungen und Gedankenaustausch. Dazu dienen auch
klassen- und stufenübergreifende Veranstaltungen.

4. Wir stellen ein vielfältiges, qualifiziertes Stoff- und Bildungsangebot mit
aktuellen Themen auf gymnasialem Niveau in den Mittelpunkt des Unterrichts.
Individuelle Förderung, Beratung und die Vermittlung von Lerntechniken haben
für uns besondere Bedeutung. Die natürliche Neugier der Schüler soll durch
einen abwechslungsreichen Unterricht sowie durch schüler- und
praxisorientierte Arbeitsformen erhalten bleiben. Außerdem legen wir Wert auf
ein reichhaltiges, über den Unterricht hinausgehendes Angebot.

5. Wir schaffen durch das Miteinander in unserem Schulalltag eine Grundlage
für das Leben in einer Gemeinschaft.

Dabei ist uns wichtig, dass:
…jeder zu seiner Meinung stehen kann,
…jeder Kritik äußern und annehmen kann,
…kreatives, außergewöhnliches und kritisches Denken anerkannt wird,
…Konflikte erkannt und gewaltfrei ausgetragen werden.

Wir - Schüler, Lehrer und Eltern - sind uns der Notwendigkeit bewusst, das
Leitbild mit Leben zu erfüllen und weiter zu entwickeln.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 28. August 2010 um 06:37 Uhr
 

Thomas-Mann


Thomas Mann

* 6.6.1875 in Lübeck     +  12.8.1955 in Kilcherg bei Zürich

 

"Buddenbrooks - Verfall einer Familie", das ist der Titel von Thomas Manns erstem Roman, erschienen 1901. Der Autor, kaum 26 Jahre alt, wurde mit einem Schlag zur literari-schen Berühmtheit. Er erzählt vom Aufstieg und Niedergang einer Lü-becker Kaufmannsfamilie durch vier Generationen. Dass er dabei seine Vaterstadt Lübeck und manche Züge aus der Geschichte der Familie Mann zum Modell nahm, war unverkennbar. Er verarbeitete auch Erinnerungen an seine eigene Kindheit und Jugend im Elternhaus; Erinnerungen an den herrischen Vater, den Großkaufmann und angesehenen Bürger; an die musikalisch begabte Mutter, die aus einer brasilianischen Familie stammte; Erinnerungen an Feste und Ferienwochen, aber auch an die schulischen Sorgen und Ängste. Als 1891 der Vater starb, zog die Familie nach München. Thomas folgte, nachdem er, nicht ohne Mühe, einen Schulabschluss erreicht hatte. München wurde fortan für 40 Jahre zum Mittelpunkt seines Lebens. Zunächst trat er in den Dienst einer Versicherungsgesellschaft und versuchte sich auch als Student an der Universität. Doch nach dem großen Erfolg seines ersten Romans und seiner frühen Novellen entschied er sich ganz für das Leben des Schriftstellers. Seinem literarischen Ruhm und der Heirat mit Katja aus der hochgebildeten und vermögenden Familie Pringsheim verdankte er die äußere Sicherheit, die es ihm erlaubte, einen großzügigen Lebensstil zu entfalten. Eine zahlreiche, sehr lebhafte Familie füllte das Haus. Die Kinder nannten ihn bewundernd den »Zauberer«. In dieser Zeit entstand der Roman Königliche Hoheit (1909), ein modernes Märchen oder, wie Thomas Mann selbst sagte, der »Versuch eines Lustspiels in Romanform«, in dem von der Liebe eines deutschen Prinzen zu einer amerikanischen Milliardärstochter erzählt wird. Unter den Novellen aus dieser Zeit ragen besonders Der Tod in Venedig (1912) und Tonio Kröger (1903) hervor, in denen Thomas Mann in seinen Hauptfiguren den Zwiespalt zwischen Künstlerle-ben und Bürgertugenden darstellt.


Der Erste Weltkrieg bedeutete einen tiefen Einschnitt im Leben des Dichters. Die gesicherte Welt des Bürgertums geriet ins Wanken und Thomas Mann stand den neuen Verhältnissen zunächst sehr zurück-haltend gegenüber. Aber wenig später bekannte er sich zum demokratischen Staat. Im Roman Der Zauberberg (1924) enthüllte er die Fragwürdigkeit dieses europäischen Bürgertums in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Seit dem Zauberberg war seine internationale Geltung unbestritten. Seine weltliterarische Bedeutung wurde bestätigt, als er 1929 den Nobelpreis für Literatur empfing. Schon bald geriet Thomas Mann in scharfen Gegensatz zum aufkommenden Nationalsozialismus. Er war auf einer Vortragsreise im Ausland, als Hitler zur Macht kam; er kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern ging in die Schweiz und 1938 nach Amerika, wohin ihm auch seine Familie folgte. In Deutschland schmähte man seinen Namen, beschlagnahmte man sein Vermögen und bürgerte ihn aus. In Amerika aber wurde er, besonders während des Zweiten Weltkriegs, zum allgemein anerkannten kämpferischen Vertreter eines anderen, humanen Deutschland in der Tradition Goethes. Für die Welt war er und blieb er der berühmteste deutsche Autor unter den Lebenden. In Amerika entstand der heitere Goethe-Roman Lotte in Weimar (1939) und später der Roman Doktor Faustus (1947), die Lebens-geschichte eines genialen Komponisten. Vollendet wurde das Riesenwerk Joseph und seine Brüder (1933-43), in dem die Josephsgeschichte aus dem Alten Testament zu einem vierteiligen Romanzyklus aus-gestaltet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Thomas Mann wohl nach Europa, nicht aber nach Deutschland zurück. Von 1952 bis zu seinem Tod lebte er in der Schweiz. Freilich mied er Deutschland nicht ganz. So hielt er -politisch neutral zwischen West und Ost - zum 200. Geburtstag Goethes, 1949, die Festansprache in der Goethe-Stadt Frankfurt und in der Goethe-Stadt Weimar.

 



 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 29. November 2010 um 22:34 Uhr