Auf Konzertreise in Bologna

Dort haben wir uns die Biblioteca Salaborsa und die Ausgrabungen der alten Stadt, die sich darunter befinden angeschaut. Nach weitem Schlendern machten wir uns auf den Weg nach Cassalecchio, wo im Teatro Laura Betti unsere erste Probe der Konzertreise stattfand. Bis zum abendlichen Konzert blieben uns noch einige Stunden, sodass viele von uns die Zeit mit Pizzaessen verbringen konnten. Zudem konnte man seine Füße in den Fluss „Fiume Reno“, dem „Rhein“ von Bologna, halten, um der Hitze wenigstens kurz zu entkommen.

Unser Konzert fand mit der Musikschule „Inno alla Gioia“ statt. Mit großer Freude und Begeisterung sangen wir unser Programm. Zudem durften wir den anderen Chören, Bands und Orchestern zuhören. Sowohl wir als auch das Publikum waren sehr berührt von der Musik und der Atmosphäre während des Konzerts. Viele unserer Gastfamilien haben ebenfalls bei dem Konzert zugehört und einige Gastgeschwister waren sogar auch an dem Konzert beteiligt. Nicht nur wir waren von den italienischen Ensembles begeistert, sondern das Ganze beruhte auf Gegenseitigkeit: Ein Gastmutter fand, dass unser Gesang eine heute selten gewordene Qualität von Freundlichkeit und Reinheit ausstrahlte. Mit solchen wunderschönen Gedanken im Kopf konnten wir alle ruhig und selig einschlafen.

Am Samstag trafen wir uns an der Musikschule „Inno alla Gioia“. Dort hatten wir eine Probe für ein gemeinsames Konzert mit einem palästinensischen Ensemble. Das gemeinsame Musizieren war sehr berührend, da sich die Welt unseres Schulchors mit den traditionellen Instrumenten der PalästinenserInnen traf. Anschließend nahmen wir den Bus zum Markt „Montagnola“, wo wir unsere Mittagspause verbrachten. Auf dem Markt gab es größtenteils Kleider von secondhand bis Designer, alles war dabei, aber auch Schmuck, Smartphones und Taschen waren zu erwerben.

Nachdem wir diesen erkundet und unsere Bäuche gefüllt hatten, machten wir uns auf den Weg zur Konzerthalle „Oratorio di San Fillipo Neri“ für unsere Generalprobe. Diese ist eine ausgediente Kirche und bietet eine atemberaubende Kulisse. Nach etwas Freizeit trafen wir uns wieder in der Konzerthalle, warfen uns in Schale und warteten sehnlich auf unseren Auftritt. Dieser wurde leider noch von einem Vortrag verzögert. Als das Konzert dann endlich losging, trat zunächst ein ukrainisches Streichquartett auf, das eine zeitgenössische Komposition eines ukrainischen Komponisten in einer emotionalen Darstellung bot. Vor uns war dann noch das Ensemble Vokal aus Karlsruhe an der Reihe, deren Auftritt wir auch sehr genossen haben. Nach unserem erfolgreichen Auftritt mussten wir uns auf Grund der Verspätung zu unserer nächsten Generalprobe beeilen. Nach einem (kurzen) Sprint kamen wir auf dem Piazza Santo Stefano an, wo die Probe schon lief. Nach dieser stärkten wir uns mit Süßigkeiten und kalten Getränken, die Gasteltern von einigen von uns vorbeigebracht hatten. Auf dem Konzert sangen wir dann mit dem palästinensischen Ensemble sowie mit dem Kinderchor und dem Orchester der Musikschule. Gemeinsam sangen und spielten wir Mawtini, Siyahamba und das italienische Highlight Bella ciao. Wenn uns eines von diesem Tag in Erinnerung bleibt, dann ist es, wie sehr uns die eine oder andere kurzfristig Planänderung zusammengeschweißt hat.

Am Sonntag trafen wir uns vormittags am Neptunbrunnen auf der Piazza del Nettuno und begannen dort eine Stadtrally über die Geheimnisse Bolognas. Dort entdeckten wir unter anderem, dass sich der Finger des Neptuns von einem Blickwinkel an einer sehr interessanten Stelle befindet. Es gibt Gerüchte, dass der Künstler in seiner Ausdrucksweise zensiert wurde und deshalb als Rache sich diese Handposition ausgedacht hat.

Außerdem kann man durch ein kleines Fenster in der Via Piella einen Wasserkanal erkennen, denn diese sind heute zum Großteil unter der Stadt verborgen. Hier hat sich sogar eine Schlange gebildet, um Fotos von diesem romantischen Kanal zu machen.

Anschließend hatten wir den Großteil des Nachmittags Freizeit, in der wir shoppen gingen, im Park saßen, öffentliche E-bikes fuhren (bei denen man fast nicht treten musste) und uns nochmal vor dem Abschlusskonzert mit Essen und kalten Getränken stärkten.

Das letzte Konzert fand im „Teatro Arena del Sole“ statt. Nach einer letzten Generalprobe haben wir uns zum Publikum in den Saal gesetzt und haben gespannt dem Konzert zugehört. Die klassischen Stücke des Orchesters verzauberten uns alle. Zum Schluss sangen dann auch wir mit dem Orchester, dem palästinensischen Ensemble und den anderen Chören. Es war ein sehr freudiges Konzert und der perfekte Abschluss für unsere Reise.

Alle machten sich schnell auf den Weg in das gemütliche Bett der Gastfamilie und packten noch die letzten Besitztümer in die sowieso schon viel zu vollen Koffer. An diesem Abend sind wir alle sehr glücklich in unsere Betten gefallen. Am Tag danach mussten wir dann morgens schon zum Bahnhof, um unsere 10-stündige Rückreise anzutreten. Und so ging es nach den letzten, sehr herzlichen Verabschiedungen schon wieder zurück von unserem kleinen Abenteuer.

(Emma & Annika)

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