Lesung von Florian Illies: Absolut keine „Behagensminderung“

Illies liest aus seinem Buch

Eine Anekdote von der Zugfahrt ins französische Exil, auf der Thomas Mann in Ermangelung eines Waggon-Restaurants kein Heißgetränks im Zug serviert bekam, zeichnet ein treffendes Bild des Nobelpreisträgers Mann, der dies als „eine schlimme Behagensminderung“ beschreibt.

In der an die Lesung anschließenden Fragerunde gab Florian Illies den Schülern sehr persönliche Einblick in seine Schulzeit, seinen unglamourösen Einstieg in den Journalismus, der mit einem Artikel über den Kaninchenzüchterverein startete, und in seinen Alltag als Autor.

Auf die Frage, was ihn zum Schreiben des Buches inspiriert habe, verwies Ilies auf die Parallelen, die er im Jahr 1933, mit dem Aufstieg Hitlers und seinem Ausbau der Diktatur, zur Gegenwart sieht, in der Menschen wie Trump oder Putin Systeme zum Kippen bringen und auch vor den Einsatz des Militärs nicht zurückschrecken. Für Illies spielt es in diesem großen politischen Zusammenhang eine wichtige Rolle, hier auch einen Blick auf die Menschen zu werfen, die nicht in den Geschichtsbüchern der Schulen landen, die in dieser Diktatur leben und weiter ihren Alltag nachgehen, trotz dieses „großen schrecklichen Moments“.

Den Schülern wurde an diesem Vormittag ein wunderbares Buch vorgestellt, das einen interessanter Zugang zu Thomas Mann bietet und, wie Herr Beck es formulierte, eventuell auch die Chance gegeben, etwas für die Berufsorientierung mitzunehmen.

Kra

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